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20 Jahre Flamenco im Internet.

Die 1. deutsche Flamenco-Site.



Mit 100 - 200 Mbps* (Megabit pro Sekunde) online gehen, Videos und Fotoalben ansehen, Musik hören, ist für heutige Internetnutzer selbstverständlich. Vor 20 Jahren hätte niemand gewagt zu sagen, wie rasant sich das Web entwickeln würde. Das damals mit großem Tamtam vorgestellte Windows 95 wurde noch ohne jegliche Internetfunktion ausgeliefert, da Bill Gates das Internet für uninteressant hielt. Dank der Initiative des damaligen US-Vizepräsidenten Al Gore wurde das Internet überhaupt erst für die Allgemeinheit erschlossen. Vorher war es nur für Wissenschaft, Militär und Behörden zugänglich. 1995 rückte das Internet rasant ins Licht der Öffentlichkeit und wurde zum WWW, zum World Wide Web. Genau in diesem Jahr, unterschrieb ich meinen ersten Online-Vertrag bei dem damaligen größten Internetanbieter Compuserve und kaufte mir, nachdem die Post (heute Telekom) nun erlaubte, dass auch Nicht-Post-Modems ans Telefonnetz angeschlossen werden durften,  mein erstes Modem mit 9.6 kbps* (kilobit per second). Der erste, ein Jahr zuvor erschienene Web-Browser von Netscape musste man kaufen, um im Web surfen zu können - er kostete 120 DM. Webseiten waren damals noch sehr karg. Bilder, die nicht größter sein durften als 15 kb, wurden nur spärlich verwendet.

Noch genau in diesem Jahr veröffentlichte ich meine Website** bei Compuserve. Zusammen mit David Bos’ Site (holländische Flamenco-Zeitschrift) waren wir die einzigen Flamenco-Seiten zumindest in Europa (David war damals der Meinung, dass er weltweit keine weiteren Flamenco-Sites** finden könne). Meine Site**, ohne Zweifel die 1. deutschsprachige Flamenco-Site war zu erreichen unter <http://ourworld.compuserve.com/homepages/graf_martinez>. Erst Jahre später konnte man sich einen eigenen Domain-Namen zulegen - meine erste graf-martinez.de kostete noch 180 DM im Jahr. Die deutsche Flamenco-Zeitschrift ¡anda! hatte erst Jahre später eine eigene Homepage. Die Mail-Adresse war damals: farke@uni-muenster.de


Mein zweites Dial-Up-Modem von ELSA schaffte gerade mal 14.4 kbps* in der Sekunde. Die Online-Zeit wurde im 8-Minuten-Takt abgerechnet. eMails holte man abends nach 21.00 Uhr ab, da war's billiger. Trotzdem kam man auf ca. 5 DM pro Online-Stunde. Ich arbeitete damals als freier Mitarbeiter bei Steinberg (Cubase - Digitale Audio Workstation / Sequenzer ), als Charly Steinberg noch selbst zugange war. Wenn eine neue Beta-Version von Cubase zum Download anstand, dauerte dies zwischen 3 und 6 Stunden. Die Programmgröße des damaligen Cubase betrug 1,6 MB. Wenn die Verbindung unterbrochen wurde, ging alles von vorne los.

Hier meine Original-Homepage (leider nur die Startseite) aus dem Jahre 1995. Das Hintergrundbild hatte 7 kb. Die Schriftgrößen war alle relativ und by default Times. Eine echte Sensation war das animierte GIF, das quasi erste bewegte Bild im Web, mit 11 kb.  Mit einer zu dieser Zeit vorherrschen Bildschirm-Standardgröße von 640x480 Pixel, wurde durch dieses Layout der komplette Bildschirm ausgefüllt.

*1 Kb = 1 Kilobit
  1024 Kbit: 1024 = 1 Mbit (Mb)

**Website oder Site (engl. Ort, Platz, Stelle = Webauftritt mit einer (Index-, Home-, oder Startseite), oder mehreren Seiten.


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